Anbau an Kindergarten kann kommen

Visualisierung Anbau Kita Meckenhausen

So könnte ein Teil des Anbaus an den Kindergarten-Neubau aussehen.

Foto: Visualisierung von Stefanie Neuhäußer / Planungsbüro Ritzer

Hilpoltsteiner Stadtrat gibt grünes Licht für Vorhaben in Meckenhausen – Standards sollen hinterfragt werden

Von Corinna Anton

Hilpoltstein – Zwei neue Kindergartengruppen und eine Krippengruppe soll der Kita-Neubau in Meckenhausen bekommen. Dafür hat sich der Hilpoltsteiner Stadtrat vergangene Woche mit großer Mehrheit ausgesprochen. Zuletzt hatte es Zweifel an der Erweiterung gegeben, weil die Geburtenzahlen zurückgehen und die Kinder fehlen.

„Besser eine leere Gruppe in Meckenhausen als Kinder, die jeden Tag nach Hilpoltstein kutschiert werden müssen“, so formulierte Benjamin Beringer (SPD), was letztendlich zur Zustimmung führte: Wie sich die Zahlen entwickeln, kann niemand mit Gewissheit vorhersagen. Wenn in ein paar Jahren Plätze fehlen, stünden die Stadt und vor allem die Eltern vor einem Problem.

Auf 36 Plätze kommen aktuell 24 Krippenkinder

Der Anbau soll also wie kürzlich im Bauausschuss vorgestellt kommen. Aktuell sind in der Kita nicht alle Plätze belegt, wie Bürgermeister Markus Mahl (SPD) berichtet. Auf 36 Krippenplätze kommen 24 Kinder. Das hat zur Folge, dass nur die beiden Gruppen im Neubau im Betrieb sind, im Altbau steht eine Gruppe derzeit leer.

Der Kindergarten bietet Platz für 125 Kinder in fünf Gruppen. Betreut werden aber nur 102 Kinder, davon 65 im Neubau und 37 im Altbau, wo zwei Gruppen untergebracht sind. Diesen weiter zu betreiben sei auf Dauer keine Option für Leitung und Träger, betonte Mahl. Zudem erinnerte er an das neue Baugebiet. Das werde zwar kurzfristig nichts an den Zahlen ändern. Aber im Laufe der kommenden Jahre, so die Hoffnung, werden dort auch junge Familien mit Kindern einziehen.

Für den geplanten Anbau liegt die Kostenschätzung bei etwa 3,7 Millionen Euro. Davon würde etwa ein Drittel, circa 1,3 Millionen Euro, auf die Stadt entfallen, so Mahl. Dem Projekt zuzustimmen, falle ihm schwer, sagte Beringer, denn die Belegungszahlen würden die Größe des geplanten Anbaus nicht hergeben. Aufgrund der „Förderkulisse“ sei der Anbau dennoch möglich. Er warb aber dafür, den Ausbaustandard zu hinterfragen und „auf die Suche nach Synergien“ zu gehen.

Sparen – aber nicht an falscher Stelle

Auch 2. Bürgermeisterin Ulla Dietzel (CSU) wollte sich gerne „genau erklären lassen“, welcher bauliche Standard angesetzt werde und was das bedeute. Wenn es zum Beispiel um Lärmschutz gehe, etwa durch Wände, die Schall schlucken, dann dürfe die Stadt daran nicht sparen. Was jedoch „nice to have“ sei, also nicht unbedingt nötig, darauf solle verzichtet werden – auch wenn es mehr Geld koste.

„Dass jede Diskussion erlaubt sein müsse, wenn es ums Sparen geht“, fand Markus Odorfer (Freie Wähler). Der Meckenhausener warnte vor der Vorstellung, man könne den Altbau auf Dauer weiter betreiben: „Das wird irgendwann schiefgehen.“ Sparen beim Anbau ja, so Odorfer, aber nicht an der falschen Stelle, etwa bei der Wärmedämmung.

Bei einer Gegenstimme sprach sich das Gremium schließlich dafür aus, den Anbau wie geplant weiterzuverfolgen. Welche Standards beim Ausbau angesetzt werden, soll im nächsten Schritt nochmals geprüft und diskutiert werden.

In der Sitzung wurden auch weitere Zahlen zur Kinderbetreuung vorgestellt. In Hilpoltstein (ohne Meckenhausen) gibt es demnach insgesamt derzeit 97 Krippenplätze, die alle belegt sind. Auf 477 Plätze in den Kindergärten kommen etwa 400 Kinder.

„Die Kinder werden im Regelbereich weniger“, kommentierte der Bürgermeister. Die Leiterinnen der Einrichtungen hätten ihm jedoch berichtet, dass die Zahl der Kinder „mit erhöhtem Betreuungsbedarf“ steige. Für solche Kinder kommen die Einrichtungen mehr Geld, sie belegen rechnerisch mehr als einen Platz, und können so dafür sorgen, dass Gruppen auf dem Papier voll sind, auch wenn es tatsächlich weniger Kinder sind.

Wie Mahl außerdem berichtete, liege die „Deckungsquote“ bei den Krippen bei etwa 50 Prozent. Also werde ungefähr jedes zweite Kind unter drei Jahren in einer Krippe betreut. Ab drei Jahren, im Kindergartenalter, sind es dann laut Mahl etwa 100 Prozent.

Gebundener Ganztag ist nicht mehr gefragt

Nicht mehr gefragt ist in Hilpoltstein offenbar der gebundene Ganztag an der Grundschule. Im laufenden Schuljahr kam schon keine solche Klasse mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht zustande, im kommenden Jahr werde es wieder keine geben, informierte Mahl. Die Tendenz gehe offenbar dahin, dass Eltern flexibler sein wollen, damit am Nachmittag noch Zeit für Turnen, Reiten oder andere Angebote bleibe, sagte der Rathauschef.

Sie entscheiden sich dann eher für den Hort. Der bietet in Hilpoltstein derzeit 150 Plätze, bis 2028 kommen noch 125 hinzu. Belegt sind aktuell 124. In Meckenhausen wurde bereits weiter aufgestockt. Dort kommen 42 Kinder auf 50 Plätze.

Wieviele Krippen- und Kindergartenkinder aus anderen Kommunen belegen und wie viele Hilpoltsteiner auswärts unterkommen, wollte Birte-Daniela Künzel (SPD) wissen. Zahlen konnte Mahl dazu nicht nennen, in beiden Fällen seien es „ein paar“.

Quelle: Hilpoltsteiner Kurier vom 01.04.2026