Die Baustelle liegt im Zeitplan
HOSPIZ AM BROMBACHSEE – Das Sockelgeschoss ist fast fertig. Danach folgt das Erdgeschoss in Holzbauweise.
PLEINFELD – Beim Vor-Ort-Termin stehen wir umgeben von hohen Kiefern in der Frühlingssonne auf der zukünftigen Terrasse des Hospizes. Mit Blick auf den See, der zum Greifen nahe scheint. Es ist ein schöner Ort, um zu sterben, kommt einem da unweigerlich in den Sinn.
Nach dem Spatenstich im Oktober ist in den vergangenen Monaten der Sockel aus dem Hang gewachsen. „Wir liegen immer noch im Zeitplan“, sagt Christoph Schmidt, Architekt beim Ingenieurbüro Ritzer, das mit der Planung des Hospizes befasst ist. Eine lang anhaltende Frostperiode im Winter hatte zwar zu einer vorübergehenden Unterbrechung der Arbeiten geführt, aber weil man bereits vor Weihnachten die Bodenplatte hat gießen können, hat sich diese Verzögerung nicht bemerkbar gemacht.
Die Baustellenzufahrt ist gleichzeitig die Zufahrt zum späteren Gebäude. Und auch sonst wird sich im Umfeld der Baustelle nichts mehr ändern, heißt es, es werden keine weiteren Bäume mehr gerodet werden müssen. „Es gibt nur diesen einen Erschließungsweg“, sagt Tina Müller, Projektleitung beim BRK-Kreisverband Südfranken für den Hospizbau.
Und die Zufahrt zum Erschließungsweg teilen sich die Baustellenfahrzeuge mit den Touristen, die am Waldparkplatz bei Pleinfeld parken. „Wir hoffen deshalb, mit den Zimmerarbeiten noch außerhalb der Saison starten zu können.“ Denn die Fertigteile in Holzbauweise werden mit Tiefladern angeliefert. Wenn alles nach Plan läuft – davon gehen die Beteiligten derzeit aus – kann mit der Errichtung des Erdgeschosses Anfang Mai begonnen werden. Das Richtfest ist für Ende Juni geplant.
Sämtliche Außenwände des Sockelgeschosses sind bereits fertig gegossen. Zudem wurde mit den Maurerarbeiten an den Innenwänden begonnen, deren Fertigstellung in den nächsten Tagen vorgesehen ist. Ebenfalls nach Ostern wird die Deckenplatte hergestellt.
Im Anschluss folgen die abschließenden Betonarbeiten am Sockelgeschoss sowie die Ausformung der Balkone, von denen jedes der zwölf Zimmer einen eigenen hat, der zum See hin ausgerichtet ist. Die Balkone sind durch eine Art Flügeltür voneinander abgetrennt“, erklärt Christoph Schmidt. Diese könnten bei Bedarf auch zurückgeklappt werden.
Das Sockelgeschoss im Westflügel ist in den Hang gebaut. Noch stehen im Gang die Baustützen und am Boden das Wasser. Aber die Raumaufteilung ist schon sichtbar. Untergebracht sind hier, wo nur durch schmale Fensteröffnungen Tageslicht fällt, im Wesentlichen die Funktionsräume: wie die Umkleiden und die Waschkämmer.
Auf dem Weg in den östlichen Teil des Gebäudes kommt man am Bettenaufzug vorbei. „Wir wollen es unseren Gästen auch ermöglichen, den Garten zu besuchen“, sagt Tina Müller. Der breitet sich vor dem sogenannten Kaminzimmer aus, das Bindeglied zwischen West- und Ostflügel.
Im letztgenannten, der mit einem Blick durch große Fensterfronten auf den See an den Hang gebaut ist, ist unter anderem ein Konferenzzimmer geplant. Und ein Therapieraum für Kinder und Jugendliche – „Ort der Erinnerung“ soll er heißen –, eine Kooperation mit dem Verein Kinderseelen Mittelfranken. Im Außenbereich sollen sich Kinder ebenfalls willkommen fühlen. Idee sei hier ein Baumstamm-Mikado, sagt Projektleiterin Müller.
Auch bei der Vergabe der Bauleistungen ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: Stand März wurden bereits Gewerke mit einem Gesamtauftragswert von rund 4,3 Millionen Euro vergeben. Dazu zählen unter anderem Erd- und Rohbau (Erdarbeiten, Baugrube und Sockelgeschoss), Zimmererarbeiten (Erdgeschoss in Holzbauweise), Elektro-, Sanitär- und Heizungsarbeiten, Lüftungs- und Aufzugsarbeiten, Spengler- und Malerarbeiten sowie die Brandmelder-, Ruf- und Schrankanlagen. Die veranschlagten Kosten liegen bei etwa 6,5 Millionen Euro.
Ein besonderes Augenmerk lag bei dem Projekt auf einer möglichen regionalen Vergabe der Aufträge. „Berücksichtigt werden nach Möglichkeit Unternehmen aus dem Landkreis Roth, Weißenburg-Gunzenhausen und Roth sowie aus der Stadt Schwabach“, sagen Tina Müller und Christoph Schmidt. Also jene, die aus dem Einzugsgebiet des Hospizes stammen. Und das sei weitgehend sogar gelungen.
BARBARA STRULLER
Quelle: Weißenburger Tagblatt vom 10.04.26